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Vietnamkriegsveteran aus Zelluloid: „Number 10 Blues: Goodbye Saigon“

Wenn ein Film erst rund 30 Jahre nach den Dreharbeiten fertiggestellt und gezeigt wird, lohnt sich ja schon immer auch die Frage, ob sich die Mühe überhaupt gelohnt hat, denn wie bei jeder Kunstrichtung gibt es, das muss man sagen dürfen, viele Werke, die nur wenig über ihre Entstehungszeit hinaus wirklich beachtenswert sind. Dass diese japanisch-vietnamesische Coproduktion 1974/1975 mitten im Kriegsgeschehen gedreht wurde, ist durchaus bemerkenswert, definiert aber nicht automatisch einen Klassikerstatus.

Number 10 Blues

Die Geschichte eines japanischen Geschäftsmannes, der inmitten der Wirren des Vietnamkrieges seinen eigenen Krieg zu führen gezwungen ist, weil er, als Mörder verfolgt und in Konflikt mit der vietnamesischen Unterwelt geraten, quer durch Vietnam fliehen muss, ist halbwegs geradlinig erzählt, holpert zuweilen etwas, und hat sowohl ihre dramaturgischen Reize als auch ihre Schwächen – man kann sich z.B. durchaus darüber streiten, ob eine so konsequent unsympathische Hauptfigur den Film besser oder schlechter macht. Man kann sich auch darüber spekulieren, ob ein Film über die Dreharbeiten zu diesem Film interessanter gewesen wäre.

Was letzten Endes an „Number 10 Blues: Goodbye Saigon“ funktioniert und was nicht, wie sehr man dem Film sein Entstehungsambiente überhaupt anmerkt, warum er vielleicht ein Western ist und ob wir letzten Endes dennoch froh sind, ihn – als vermutlich einzige Möglichkeit dazu – auf dem Festival gesehen zu haben, weiss der Podcast.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken

Number 10 Blues: Goodbye Saigon (Number 10 Blues Saraba Saigon)
Japan/Vietnam 2012, 97 Min., japan./engl./vietnam. OmeU, Regie & Drehbuch: Norio OSADA