
Sandra Hüller als Erika Mann im Film VATERLAND © 2026 MUBI / Neue Visionen
Folge 1423 – Erika Mann fährt ihren berühmten Vater Thomas Mann 1949 durch das zerstörte und geteilte Deutschland. Der Westen Deutschlands buhlt dabei genauso um den Literaturnobelpreisträger wie die Sowjetzone. Thomas Mann (gespielt von Hanns Zischler) sieht sich selbst als Relikt eines vergangenen Bildungsbürgertums und verlässt trotz dieser Reflektion mit seiner Goethe-Rede in Weimar den Elfenbeinturm der deutschen Hochkultur nicht. Als gäbe es Deutschland gar nicht mehr, wenn er auch das noch preisgeben würde. Selbst als Sohn Klaus stirbt, setzt er seine Reise unbeirrt fort. Seine Tochter Erika ist hingegen nah an der Wirklichkeit und nah an ihren Gefühlen – Tränen, Schreie und eine überfällige Ohrfeige inklusive.
Interessiert uns Thomas Mann noch, oder geht es eigentlich darum, wie sich zwei verschiedene Ideologien ein Land aufteilen und versuchen die gleiche Kultur ganz unterschiedlich in Besitz zu nehmen? Geht es nicht nur um die Trauer um einen Bruder und Sohn sondern auch mitten in den Ruinen um die Trauer, was Deutschland hätte sein können? Darüber, über berührende Momente, über Gründgens und Bach sprechen wir direkt nach dem Kino im Podcast. Und als SandaHüllerUltras natürlich auch über Sandra Hüller. Am Mikrofon: Katharina, Bettina, Johanna, Anke, Marc und Thomas.
Folge 1423
Unser erster Eindruck von VATERLAND direkt nach dem Kino
Länge: 12:37
Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken
Bild: © 2026 MUBI / Neue Visionen
Musik: Johannes Klan
Vaterland (internationaler Titel: Fatherland)
D 2026, 82 Min., Regie: Pawel Pawlikowski
Trailer
