Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Mutanten, MacGuffins und Dr. Martin Luther King („X-Men Days of Future Past“)

© 2014 Twentieth Century FoxDie hypnotische Präsenz von Jennifer Lawrence allein hätte schon völlig gereicht, um uns zu begeistern. Aber die „Tage der zukünftigen Vergangenheit“ bieten mehr: großes Superheldentheater mit Spannung und der richtigen Menge Krachbumm, dazu noch 70er Retro-Charme, plus eine ordentliche Prise trockenen Humor. Inklusive Geschichtsunterricht, zum Beispiel die Antwort auf die Frage, wer JFK getötet hat. Und später bekommen wir natürlich auch die übliche Migräne, die sich einstellt, wenn man Zeitreisefilme versucht durchzudenken.

Glücklicher Zufall: Kaum sitzen wir im Kino, stoßen wir auf  den Filmwissenschaftler PD Dr. habil. Andreas Rauscher, der mit uns nach dem Film gutgelaunt und auskunftsfreudig diskutiert. Im Podcast erklärt er uns unter anderem, was der Filmtitel eigentlich bedeutet und was die X-Men mit Dr. Martin Luther King zu tun haben.

Der Text steht unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (X-Men: Days of Future Past)
USA 2014, 131 Min., Regie: Bryan Singer

Andere Blogger, andere Meinungen

Matthias (dasfilmfeuilleton.de) sinniert kenntnisreich über die Kohärenz im X-Men-Universum – sehr lesenswert:

„Bryan Singer wirft beherzt die Hälfte der vorherigen Geschehnisse über Bord und ignoriert die Continuity von X-Men: The Last Stand sowie den zwei Wolverine-Ablegern komplett. Als hätte die Finalschlacht in San Francisco nie stattgefunden, tobt sich Bryan Singer wie ein Regisseur aus, der nach viel zu langer Zeit in seine eigens kreierte Welt zurückgekehrt ist und wieder für Ordnung sorgen will. Die Kollateralschäden sind gewaltig, die Logiklöcher noch größer. Als Sequel zum Preboot, Prequel zum Original und siebter X-Men-Film insgesamt sitzt X-Men: Days of Future Past wahrlich zwischen allen Stühlen des gegenwärtigen Franchise-Irrsinns. (…) Ab jetzt steht dem Mutanten-Trupp wieder jede Tür offen, alles ist möglich und die unendliche Geschichte des Franchise-Buildings hat ihren absoluten Freifahrtschein gefunden. Von der Zuverlässigkeit in puncto Narration kann keine Rede mehr sein. Erschreckenderweise/überraschenderweise/glücklicherweise funktioniert es trotzdem. Irgendwie.“

Und als Zugabe ein Interview mit Bryan Singer in empireonline:

„The most fun part was actors like Peter Dinklage and Nick Hoult and Jen Lawrence, they showed up for me to review their costumes so I could see them in person on the days we were shooting in the famous blue hallway of the X-mansion. It was really exciting watching these actors, who had never been on that particular set, walk onto the blue hallway and geeking out. Jen was standing there for a while and finally she said, ‘Show me Cerebro, take me to Cerebro’. That stuff wasn’t in First Class.“