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Obama und “West Wing”
Die US-TV-Serie “West Wing” – die man getrost als liberal bezeichnen kann – hat in Deutschland nur deshalb nicht viele Fans, weil sie nicht frei empfangbar zu sehen ist oder zu erschwinglichen Preisen auf DVD zu erwerben wäre. Andernfalls wäre auch hierzulande aufgefallen, wie sehr die moralischen Werte des fiktiven Präsidenten (gespielt von Martin Sheen) mit dem neuen Präsidenten Barack Obama übereinstimmen. Das fällt spätestens dann auf, wenn man einen “West Wing”-Vorspann mit Obama-Bildern zusammenschneidet: Ist da die Wirklichkeit nicht larger than life?
Und es kommt noch besser: weiterlesen
Die DDR war eine Nischengesellschaft, eine Zellkultur der besonderen Art. Abseits der Aufmärsche, der FDJ-Paraden und der Parteitagsreden, suchte man nach einem Raum für sein privates Glück. Die Nische war eine solche heile Welt. Durch sie versuchte man sich der allgegenwärtigen Präsenz des Staates zu entziehen. Ein Widerspruch, der den Alltag im real existierenden Sozialismus erträglicher machte. Uwe Tellkamps Roman “Der Turm“ beschreibt eine solche Nische. Ihre Bewohner gehören dem verleugneten Bildungsbürgertums an, sind geduldet und haben sich mit den ideologischen Anforderungen des “anderen Deutschlands” arrangiert. Tellkamps Buch beschreibt ein Leben zwischen Widerspruch und Kompromiss. 

Als ich dieses Bücherschätzchen im Shop des Gutenberg-Museums gefunden habe, bekam ich Herzklopfen vor Entzücken: ein neunzehn Zentimeter hohes Gesamtkunstwerk, das Alphabet als Pop-Up-Buch. In einer wunderbar phantasievollen Vielfalt kommt einem auf jeder Seite ein Buchstabe entgegen – oder auch mal zwei in einem, überraschend und witzig.







