Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

„Du kannst mir den Jungen bringen …“: Der Babadook

© capelight pictures 2014-2015


Nach dem Kino stellt sich unserem Trio am Mikrofon die Frage: Ist das überhaupt ein Horrorfilm? Oder wird hier die vom Sohn auf die Mutter überspringende Paranoia nur wunderschön expressionistisch illustriert? Darüber streiten die Üblichen Verdächtigen vortrefflich. Und dabei kommt heraus: Wer den Film nicht als Horrorfilm versteht, hat wohl mehr davon … Thomas ist auf jeden Fall ziemlich angetan. Unstrittig: Der Film sieht gut aus, die Schauspieler sind beeindruckend und Jennifer Kent weiß, wie man eine Mutter-Kind-Geschichte erzählt. Und eine Warnung: Definitiv nicht für allein zuschauende Mütter geeignet, schon aber mal gar nicht für alleinerziehende Mütter!

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Der Babadook (The Babadook)
Australien 2014, 94 Min., Buch und Regie: Jennifer Kent


Andere Menschen,
andere Meinungen

Bernhard Bein (filmverliebt) zieht ein sehr zufriedenes Fazit: „The Babadook“ ist deshalb einer der besten psychologischen Horrorfilme der letzten Jahre, weil er altbewährte Methoden in sehr geringen Maßen nutzt und die Grenze zu anderen Genres überbrückt. Indem er sich mehr auf die Charakterzeichnung der Hauptdarstellerin als auf Spezialeffekte konzentriert, verleiht Kent ihrem Film eine für Horrorfilme ungewöhnliche Tiefe und Vielschichtigkeit, die erfrischt. Für eingefleischte Horrorfans bleibt trotzdem genug Luft, um sich richtig ordentlich zu gruseln.“

Paranoyer (Kuleschow-Effekt) geht weit über die küchenpsychologischen Deutung von Thomas hinaus: „Verdrängung gebiert Monster, die des Nachts durch knarzende Türen kommen und es bedarf eines emotionalen Reifungsprozess, um ihrer Herr zu werden. So ist Der Babadookletztlich ein hoffnungsfroher, lebensbejahender Film, der um die Finsternis der Existenz weiß, sich von ihrer aber nicht beherrschen lassen will. Und Amelia wird so zu einer Figur, die weitaus stärker ist, als ihr selbst bewusst sein dürfte – etwas, was wohl auf mehr Menschen zutrifft, als man generell meinen würde. You can’t get rid of the Babadook – but you can learn to cope with him.“