DAS MÄDCHEN MIT DER NADEL: Eine schrecklich wahre Geschichte

Vic Carmen Sonne in DAS MÄDCHEN MIT DER NADEL © 2024 Mubi

Vic Carmen Sonne in DAS MÄDCHEN MIT DER NADEL © 2024 Mubi

Folge 1366 – Die Näherin Karoline nach dem ersten Weltkrieg in Dänemark – die Arbeit ist sehr hart und schlecht bezahlt, der Mann im Krieg verschollen. Hoffnungen werden enttäuscht: Als sie schwanger wird, gerät sie in eine Abwärtsspirale – und in die Arme von Birgit, die vorgibt Schwangeren aus der Not zu helfen … Düsteres Sozialdrama nach einer wahren Begebenheit.

Magnus von Horn erzählt die tragische Geschichte in kontrastreichen, beeindruckenden Schwarzweissbildern und zeigt Menschen, die in ihrem Überlebenskampf so hart sind, wie die Umstände in denen sie leben müssen. Eine Welt, in der Arbeiter und Arbeiterinnen gnadenlos ausgebeutet werden und Frauen ohne Männer schutzlos sind. Direkt nach dem Film hört man uns die Betroffenheit an. Am Mikrofon mit dem ersten Eindruck: Anke, Mark, Johanna und Thomas.

DAS MÄDCHEN MIT DER NADEL ist zurzeit auf MUBI zu sehen.


Folge 1366
Die Üblichen Verdächtigen mit ihrem ersten Eindruck von DAS MÄDCHEN MIT DER NADEL
Länge: 13:43


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken
Musik: Johannes Klan
Bild: © Mubi


Das Mädchen mit der Nadel (Pigen med nalen / The Girl with the Needle)
DK 2024, 115 Min., Regie: Magnus von Horn


Andere Meinungen

„Den Film durchzieht eine wohlmeinende Verzweiflung, eine Betroffenheit gegenüber dem Schrecken, die auch bei den entsprechenden Podcasts und Fernsehsendungen vorherrscht. Magnus von Horns Arthouse-Gewand macht das ganze besser konsumierbar. Bildungsbürger-Exploitation, Trüffelöl auf die Schlachtplatte. Vage feministisches Cannes-Kino, bei dem der Grusel dem guten Zweck dient.“
Lucas Barwenczik für kino-zeit.de

„Die Frauen, die in der Gemeinschaft schweigen, weil es bereits ein gegenseitiges Verständnis dafür gibt, was es bedeutet, als Mensch niederer Klasse behandelt zu werden. Die schweigen, weil es keine gesamtgesellschaftliche Solidarität gibt und sowieso niemand zuhört. Die schweigen, weil sie glauben, nur durch unsagbare Opfer überleben zu können. Die schweigen, obwohl sie wissen. Die ihre Emotionen mit benebelndem Äther zum Schweigen bringen. Ein Film, der schließlich den Familienbegriff des frühen 20. Jahrhunderts hinterfragt und Solidarität einfordert.“
Andre Pitz für Feuilleton und Firlefanz


English Version

Karoline, a seamstress in Denmark after World War I – the work is very hard and poorly paid, her husband is missing in action. Her hopes are dashed: when she becomes pregnant, she falls into a downward spiral – and into the arms of Birgit, who pretends to help pregnant women in need … A dark social drama based on a true story. Magnus von Horn tells the tragic story in contrasting, impressive black-and-white images and shows people who are as tough in their struggle for survival as the circumstances in which they have to live. A world in which workers are mercilessly exploited and women without men are defenseless. Immediately after the film, you can hear how shocked we are. At the microphone with their first impressions: Anke, Mark, Johanna, and Thomas.


Trailer