Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Mit Kukident wäre das nicht passiert: „Conjuring 2“

Conjuring 2 © Warner Bros.


Das Besondere am ersten „The Conjuring“ war, dass er maximalen Grusel erreicht hat mit minimaler Sichtbarkeit. Auf eine Wiederauflage dieses cleveren Grusels haben wir uns sehr gefreut – und bekamen genau das Gegenteil: Der unsubtilste Nonnendämon, wirklich nicht mehr als ein peinliches Echo auf Marylin Manson. Extrem cheesy die romantischen Gefühle beim Ehepaar Warren und wenn am Ende in Zeitlupe zu Herzschmerzmusik die Frauen ihre Köpfe schräg halten und in die Kamera lächeln … Und dann ist auch noch Weihnachten. Puhhh. Und über die Zahnprothese im Keller haben wir noch gar nicht geredet. Das einzig Gruselige daran ist, dass vielleicht ein dritter Teil gedreht wird. Im Podcast verteidigt Tom den Film, der Rest der Üblichen Verdächtigen dissen den Film. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Tom, Uwe, Hendrik und Thomas.

Und hier unser Podcast zum sehr viel besseren ersten „The Conjuring“. Im Genre empfehlen wir auch „It Follows“, „Over Your Dead Body“„The Babadook“ und „The Inerasable“.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Conjuring 2 (The Conjuring 2)
USA 2016, 134 Min., Regie: James Wan


Andere Menschen,
andere Meinungen

Beim Blick in die anderen Filmblogs stehen wir mit unserer Enttäuschung eher alleine da. Bei Brustatt ist man ziemlich begeistert: „Die junge Madison Wolfe („Trumbo“, „Keanu“) ist zudem eine glaubhaft besessene junge Dame, die Linda Blair (fast) Konkurrenz macht. Also toll inszeniert und mit einigen  Referenzen zu anderen Genreperlen und die Gruselnonne erinnert auch ein bisschen an Shock-Rocker Marilyn Manson. Horror-Fan was willst du mehr?“

Christopher Diekhaus (kino-zeit) sieht Schwächen, zieht aber ein positives Fazit: „Auch wenn das Drehbuch im effektgeladenen Showdown geschickt lose Handlungsfäden verbindet, findet die finale Konfrontation ein erstaunlich abruptes Ende. Gleichwohl ändern die erzählerischen Ungenauigkeiten nichts daran, dass man das Kino mit einem eher positiven Eindruck verlässt.“

Zu den Fans des Films zählen wir auch Tom Burgas (entertainment-blog): „Ich könnte mir vorstellen, dass „Conjuring 2“ glatt dazu führen könnte, das Horror wieder etwas von seinem schlechten Billig-Image loskratzen kann und dafür kann man James Wan nicht genug danken.“

Noch mehr Lob bei Antje Wessels: „Wer dachte, mit „Conjuring“ hätte James Wan den qualitativen Gipfel seiner Vita erreicht, der irrt. Die Fortsetzung liefert mehr Story, mehr Grusel, mehr Emotionen und damit einfach noch mehr Spaß. Eine Neuerfindung des Genres ist das zwar nicht, aber es ist die ultimative Perfektion dessen, was wir sehen wollen, wenn wir ein Kinoticket für einen Horrorfilm lösen.“

Wenigstens Markus Schu (WirSindMovies) ist unserer Meinung: „Die kitschigen Momente in „Conjuring 2“ schmälern jedoch oftmals den positiven Eindruck, den die leisen, emotionalen Momente des Films hinterlassen haben und wirken somit störend und deplatziert. Und insgesamt muss man einfach festhalten, dass der Film zu lang und zu aufgeplustert daher kommt. Das wird bei einem unfassbar übertrieben und unglaubwürdig erscheinenden narrativen Brückenschlag genauso ersichtlich wie bei den mäßigen CGI-Effekten.“