Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

GREEN BOOK: Ziemlich beste Schwarze

© 2018 Twentieth Century Fox


Die Stärke von GREEN BOOK ist, dass er ein lupenreiner Wohlfühlfilm ist, eine wunderbar funktionierende Komödie vor düsterem Hintergrund. Der Zuschauer kann sich mit dem Rassismus auseinandersetzen, ohne danach schlecht schlafen zu müssen. Die Schwäche von GREEN BOOK ist, dass er ein lupenreiner Wohlfühlfilm ist, vereinfachend, etwas naiv. GREEN BOOK geht nicht wie MISSISSIPPI BURNING dahin, wo es weh tut, zeigt den Rassismus der USA nicht in seiner wirklichen, drastischen Grausamkeit.

In der Podcastepisode diskutieren wir über Viggo Mortensens grandioses Spiel, über die Würde des Mahershala Ali, über den Spaß am Film, über erwartbare Stationen, über Oscar-Bait-Szenen nachts im Regen, über Nat King Cole, über Briefeschreiben, eigene Vorurteile und die Frage, wer eigentlich schwärzer ist. Auf jeden Fall hätten wir diesen Film wegen seiner Akzente gerne im Original gesehen. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Johanna, Bettina, Uwe und Thomas.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Green Book (Green Book – Eine besondere Freundschaft)
USA 2018, 131 Min., Regie: Peter Farrelly


Andere Menschen,
andere Meinungen

„Fragen nach Identität und „Rasse“ stellen sich ebenso in der Begegnung mit einfachen schwarzen Arbeitern wie auch in der Erfahrung von Polizeigewalt und Diskriminierung. In der Entwicklung, die beide Männer durchmachen, lässt sich Green Book – Eine besondere Freundschaft vor allem als ein Plädoyer für die Überwindung von Vorurteilen lesen. Dabei hat die Annäherung zwischen Tony und Don in der filmischen Idealisierung fast schon etwas Märchenhaftes.“
Esther Buss für das filmpädagogische Angebot Kinofenster