HAMNET: Liebe, Tod, Theater

Jessie Buckley in Chloe Zhaos Film HAMNET © 2025 Universal Pictures

Jessie Buckley in Chloe Zhaos Film HAMNET (Screenshot) © 2026 Universal Pictures

Folge 1385 – Agnes (Jessie Buckley) steht im Mittelpunkt, nicht der Sohn eines Handschuhmachers, in den sie sich verliebt und den sie heiratet. Agnes, die Tochter einer Kräuterfrau, die aus dem düsteren Dunkel des Waldes gekommen ist. Auch Agnes behält ihre magische Beziehung zur Natur, erkennt die Zukunft durch eine Berührung, aber ihre Heilkräfte verlassen sie als eines ihrer Kinder sich mit der Pest infiziert. Ihr Mann Will kehrt aus London zurück. Er ist dort mittlerweile erfolgreich als Bühnenautor und leitet eine Theatertruppe. Die kommenden Schicksalsschläge hinterlassen ihre Spuren in seinem Theaterstück „Hamlet“.

HAMNET ist ein berührender und bewegender Film über die Liebe zwischen zwei Menschen, zwischen einer Mutter und ihren Kindern, über die Liebe unter Geschwistern, über Trauer, Verlust und Verzweiflung. Meisterregisseurin Chloe Zhao baut eine dichte Atmosphäre auf und schließt am Ende den Kreis, wenn der Wald, aus dem Agnes kommt, sich in der Bühnenkulisse spiegelt. Großartiges Ensemble rund um eine charismatische Jessie Buckley, großartige Inszenierung, großartiger Film. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Johanna und Thomas, der sich erst noch die Tränen trocknen muss.


Folge 1385
Unser Eindruck direkt nach dem Kino von HAMNET
Länge: 08:50


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken
Bild: © 2026 Universal Pictures
Musik: Johannes Klan


Hamnet
UK 2026, 126 Min., Regie: Chloe Zhao
nach dem gleichnamigen Roman von Maggie O’Farrell


Andere Meinung

„Sie (Chloe Zhao) führt den Film aus der Dunkel­heit, ohne sie zu negieren, und macht erfahrbar, was Kunst im Kern leisten kann. Nicht Trost, nicht Erklärung, sondern Katharsis. Hier, und erst hier, beginnt der Film nach einem langen, immer wieder etwas zu langen »Vorspiel« zu atmen und zu berühren. Die zuvor beinahe über­dehnten Leidens­mo­tive finden ihre Recht­fer­ti­gung in einem Schluss, der Empathie nicht erzwingt, sondern ermög­licht. Man versteht – leise, beinahe körper­lich –, wie aus persön­li­chem Verlust etwas entstehen kann, das größer ist als eine Biografie. Und darin liegt dann auch die eigent­liche Stärke von Hamnet: in der nüch­ternen, lite­ra­risch grun­dierten Einsicht, dass Kunst nicht aus Inspi­ra­tion geboren wird, sondern aus dem Versuch, mit dem Unab­wend­baren zu leben.“
Axel Timo Purr für artechok.de


Trailer