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Das reicht nicht: „Monuments Men“ mangelhaft

Tom und Hendrik freuten sich auf geballte Starpower und einen richtig guten Film. Stattdessen gab es pathosgetränkten Geschichtsunterricht, darüber Kitschmusiksauce. Von handwerklichen Mängeln wie schlechten Komparsen mal ganz abgesehen. Begeisterung für das eigentlich spannende Thema, wie Kultur gerettet werden kann, hat Clooney auf jeden Fall nicht wecken können. Aber hört selbst:

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken

Monuments Men (Monuments Men – Ungewöhnliche Helden)
D/USA 2014, 118 Min., Regie: George Clooney

Andere Blogger, andere Meinungen

Lesenswert: Der geschätzte Joachim Kurz (kino-zeit.de) haut in die gleiche kritische Kerbe, und wie:

„Statt einer auch nur halbwegs ernsthaften Auseinandersetzung mit den historischen Fakten ist Monuments Men eine in jedem Belang unstimmige, windschiefe und hanebüchene Mischung aus Computerspiel, Abenteuer-/Schatzsucher-Film der pubertären Sorte und unverschämt zusammengeklauten Versatzstücken aus der Mottenkiste der Filmgeschichte, die tief in so ziemlich jede Klischeekiste greift. Und genau das sorgt dafür, dass der Plot, der ja angeblich auf historischen Fakten beruht, von geringem Interesse ist. Angesichts der gerade durch den Fall Cornelius Gurlitt gerade wieder in die öffentliche Diskussion gekommenen Frage nach der Raubkunst der Nazis und möglicher Restitutionsansprüche ist das ein echtes Armutszeugnis.“

Was hätte man aus dieser Story machen können? Das fragt sich Frau Flinkwert (flinkefilme.de) – auch sie ist bitter enttäuscht und kritisiert die Inszenierung,

„die möglicherweise spannende Ereignisse wie ein zweitstündiger Teaser immer nur anzukündigen scheint, dann aber im letzten Moment genau diese aufkommende Spannung im Keim erstickt, dazu ein unentwegt  inspirationslos plärrender Score von Alexandre Desplat. (…) Was hat sich Clooney dabei gedacht? Wirklich. Ich verstehe es nicht.“

Keine Struktur, keine Charakterzeichnung schimpft die Flugbegleiterin (flightattendantslovesmovies):

„er fühlt sich nie als richtiger Film an. Es ist mehr eine Aneinanderreihung von guten oder gar nicht guten Szenen. Ein Grund dafür, dass der Film nicht funktioniert, ist weil man so gar nichts über die einzelnen Charaktere erfährt. George Clooney und sein Kumpel Grant Heslov haben hier bei ihrem Drehbuch versäumt, die Charaktere richtig einzuführen und etwas über ihre Beziehung zueinander zu erzählen.“