Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

„Only Lovers Left Alive“: Die Kunst der unsterblichen Liebe oder Two Lovers, Two Cities

Ein Liebespaar, das über Jahrzehnte seine Liebe bewahren kann, das bewundern wir. Beim romantischen Adam (Tom Hiddleston) und seiner Frau Eve (Tilda Swinton) sind es bereits Jahrhunderte – und sie sind ein hinreißendes Paar. In der Welt des Jim Jarmusch vergeuden zumindest diese Vampire ihre Unsterblichkeit nicht mit der Jagd auf menschliche Opfer oder mit dem Streben nach Macht. Statt dessen vertreiben sie sich die Jahrhunderte mit Literatur und Musik, Gitarren und Gedichten – und das vor der Kulisse des Zerfalls in Detroit und Tanger. So ein bisschen Langeweile kommt da bei unseren Vampiren manchmal auf – aber nicht bei den Zuschauern. Die sind alleine schon damit beschäftigt, die ganzen kulturellen Anspielungen zu verstehen. Die Üblichen Verdächtigen fragen sich im Podcast zum Beispiel, welche Bücher Eve in ihren Koffer packt … :

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken

Only Lovers Left Alive
UK/D 2013, 122 Min., Regie: Jim Jarmusch

Andere Meinung

Florian Lieb sieht (in seiner Kritik für Moviemaze) nicht so sehr die Liebesgeschichte im Mittelpunkt, sondern eher das Fremdsein und die Kollision verschiedener Kulturen. Und Detroit ist der beste Schauplatz, findet Flo: „Einer Stadt, die durch ihren Bankrott selbst eine Untote darstellt, verlassen und alleingelassen. Wo, wenn nicht hier kann ein (Rock-)Vampir in Ruhe sein Dasein fristen?“ All das findet Flo aber eher mäßig unterhaltsam. Dieser zeitlosen Liebe verpasst er schließlich eine zeitliche Heimat:

„Insofern funktioniert Only Lovers Left Alive primär über seine Atmosphäre und die Stimmung, die Jarmusch darin evoziert. Adams Romantik-Affinität ist so liebenswert wie sein wilder Haarschnitt. Wüsste man es nicht besser, man könnte die Handlung Ende der 1970er oder Anfang der 1980er verorten – nicht jedoch in der Gegenwart.“