FilmPodcast zwischen Kirk und Kafka

Die Spinnen im Schädel des Herrn Gyllenhaal

Maman, Spinnenskulptur von Louise Bourgeois in Ottawa, Kanada


Ein Alptraum in verstaubtem Bernstein: Ein Mann trifft seinen Doppelgänger – und Schritt für Schritt gerät alles aus den Fugen. Der hervorragend gespielte Mystery-Psychothriller lässt viele Fragen offen – er ist ganz im Sinne von Tzvetan Todorov ein „phantastischer“ Film, den er entscheidet sich bis zum Schluss nie, was wirklich ist und was nur in einem der Köpfe der Hauptfiguren geschieht … Gottseidank ist Katharina dabei, die den beiden Jungs mal in Sachen Spinnen und Louise Bourgeois Beine macht. Vom kanadischen Regisseur Denis Villeneuve haben wir bereits „Prisoners“ gesehen – ebenfalls mit Jake Gyllenhaal.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Enemy
Spanien/Kanada 2013, 90 Min., Regie: Denis Villeneuve

Andere Menschen, andere Meinungen

Auch Jamal Tuschik (hardsensations) ist von Gyllenhaal beeindruckt:

„Gyllen­haal spielt die beiden so genial verschieden, dass ich unwillkürlich nach physischen Unterschieden suche, so wie Adam & Anthony vergeblich hoffen, wenigstens eine Narbe nicht gemeinsam zu haben.“

5 Kommentare zu “Die Spinnen im Schädel des Herrn Gyllenhaal”

  1. Alexander Schnoor

    ich hab den Film auch nicht ganz verstanden, aber der Wikipediaeintrag vom Film erklärt einiges. Adam und Anthony sind ein und dieselbe Person, nur scheint er schizophren zu sein und kämpft mit sich selbst. Naja, so überzeugt bin ich nun auch nicht ganz von der Erklärung. Ich sollte mir den Film nochmals anschauen. Er wirft so viele Fragen auf. Warum spricht ihn der Mitarbeiter auf den Film an? Was hat es mit diesem ominösen Etablissement auf sich zu dem Anthony exklusiven Zugang hat? Was hat es mit den Spinnen auf sich?
    Was ich gut an solchen FIlmen finde ist, dass sie Gesprächsstoff bieten und jeder andere Interpretationen hat. Sicherlich findet sich irgendwo im Internet eine Diskussion mit nachvollziehbaren Interpretationen.

  2. Thomas

    @narrationsgedanken: Danke, diesen Beitrag muss ich in Ruhe durcharbeiten. Ohnehin eine sehr interessante Website!

  3. Ma-Go

    Hi! Ich mag die Idee der zwei Zeitebenen, glaube aber auch, dass das am Ende nicht ganz stimmig ist.

    Hier mal die Grobzusammenfassung meiner Interpretation. Die Stadt und alles was darin passiert, soll die Psyche oder das Unterbewusstsein der Hauptperson (weder Adam noch Anthony) darstellen. Diese Stadt wird von einer monströsen Spinne (=die Mutter der Hauptperson) dominiert. Adam und Anthony sind zwei verschiedene Aspekte der Psyche der Hauptfigur. In der freudschen Psychoanlyse das Es und das Über-Ich. Von daher glaube ich, wäre die im Podcast genannte Idee den Film mit einem Psychoanalytiker zu schauen, der goldene Schlüssel.

    Die Spinnen symbolisieren für mich zum einen die alles kontrollierende Mutter. Zum anderen die Frauen (und die Beziehung der Hauptfigur zu eben diesen) im Allgemeinen.

    Das war jetzt zugegebenermaßen eine sehr spartanische Zusammenfassung. Viel detailierter habe ich das hier auf meiner Seite beschrieben und erklärt. Ich hoffe das Verlinken ist ok. :)

    https://magofilmtipps.wordpress.com/2017/09/11/interpretation-enemy/

  4. Thomas

    Verlinken ist okay :-) Ja, wir werden einen Psychoanalytiker auftreiben müssen, um den Film nocheinmal zu sehen :-)

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