Bei Abwesenheit von Liebe
Ein Beitrag von Prof. Pu, abgelegt unter Buch, Podcast am 13.September 2009
Prof. Pu empfiehlt: Ein Morgen wie jeder andere von Christian Pernath

Bélouard, Landtierarzt in der Bretagne, belesen, unglücklich, übergewichtig, trockener Alkoholiker, langweilt sich fast zu Tode in seinem immergleichen Alltag.
„Langsam schritt er über den Platz: Sein Gang war schwerfällig, schleppend, und seine korpulente, etwas plumpe Gestalt steckte in einem Anzug aus billigem Tweed, der an Knien und Ellbogen leicht ausgebeult war; das Hemd noch sauber, ganz annehmbar, wenn auch nicht mehr strahlend weiß, ein wenig so, als hätte der trübe Blick des alten Junggesellen abgefärbt. Die einzige wahre Frage, dachte er, lautet im Grunde: Wird auch der Rest der Zeit, die mir bleibt, derart sterbenslangweilig sein?“
Er erstickt beinahe an Melancholie und Einsamkeit. Bis zu dem Tag, an dem auf einem der umliegenden Höfe ein grausamer Mord an einer Familie geschieht.
„Um halb eins wussten es alle. Mit einem Schlag hatte sich eine ungeheure Fassungslosigkeit über den ganzen Ort ausgebreitet und zugleich eine Art genüsslichen Schauderns.“
Journalisten und Kommissare fallen in seinem Stammrestaurant ein, alte Geschichten kommen wieder ans Tageslicht, die gemächliche Routine der Bewohner wird unterbrochen. Noch dazu findet Bélouard eine von ihrem Mann verprügelte Frau im Straßengraben und bietet ihr Schutz in seinem Haus an. Sie kommt mit. Und er beginnt, völlig verschüttete Gefühle wiederzuentdecken. Plötzlich verspürt er Sehnsucht, weiterlesen









