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CAPTAIN MARVEL: „You know anything about a lady blowing up a Blockbuster?“

Brie Larson als Captain Marvel © Marvel Studios 2019


Wäre es nicht wunderbar, wenn das Geschlecht der Heldenfigur gar keine Rolle spielen würde? Wenn Superheldinnen genauso selbstverständlich wären wie Superhelden? Soweit ist es leider noch lange nicht. Immer wieder wurde die Phalanx der männlichen Vorbilder durchbrochen – für mich allesamt Vorbilder, die mich vielleicht stärker beeindruckt haben als die allgegenwärtigen TestosteronsonnenbrillenschusswaffenXYChromosomen: von Pippi Langstrumpf (kein Scherz) bis Ellen Ripley.

DC hat mit WONDER WOMAN nicht nur einer Superheldin endlich einen eigenen Film gewidmet, sondern auch einen wirklich gelungenen Genre-Film abgeliefert (was auch etwas am Zauber von Gal Gadot liegen mag). Jetzt zieht Marvel mit CAPTAIN MARVEL nach. Nicht herausragend, aber sehr solide und wirklich vergnüglich. Ein bisschen oberflächlich wie TOP GUN, ein bisschen verkürzt in der Origin-Story wie AQUAMAN, aber glossy, schnoddrig und mit durchdachtem 3D. Jetzt haben wir also den ersten durchschnittlichen Superheldinnenfilm. Und vielleicht ist das ein gutes Zeichen auf dem Weg zu einer Superheldinnennormalität.

Im Podcast direkt nach CAPTAIN MARVEL sind wir wohlwollend und entspannt, lassen etwas das 21-Filme-MCU Revue passieren, reden über eine unbeschwerte Heldin und diskutieren, ob Marvel prüde ist oder ob es toll ist, dass die Heldin anderes im Kopf hat als irgendeinem Mann hinterherzuschmachten. Dabei haben wir völlig vergessen über den eigentlichen Star des Films zu sprechen: die Katze! Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Johanna, Julia, Uwe und Thomas.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Captain Marvel
USA 2019, 124 Min., Regie: Ryan Fleck, Anna Boden