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REMINISCENCE: Knapp daneben ist auch vorbei

Rebecca Ferguson and Hugh Jackman in REMINISCENCE © 2021 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.


Alles ist vom Feinsten: Die Schauspieler:innen, der Look, das Licht, der Schnitt. Und doch bleibt REMINISCENCE ein Möchtegern-Near-future-Film-noir, ein Melodram ohne Gespür, wo die feine Grenze ist zum belanglosen Kitsch. Lisa Joys Debutfilm zeigt perfektes Handwerk, aber all das nutzt nichts, wenn die Zuschauer:innen keinen Bezug zu den Charakteren bekommen und ein bedeutungsschwangeres Voice-Over Kalendersprüche über den Film kleistert. Formulierungen wie „Erinnerung sind die Perlen an der Halskette der Zeit“. Wer schreibt sowas? Und wichtiger noch: Wer lässt das im Drehbuch stehen? Unser Tipp: Ton aus, den Zauber von Rebecca Ferguson genießen vor dem honigfarbenen Sonnenuntergang in Miami, das in der Klimakatastrophe pittoresk abgesoffen ist. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Tom und Thomas.

Wer ein ähnliches Thema aufregender, innovativer und interessanter sehen möchte, dem empfehlen wir STRANGE DAYS von Kathryn Bigelow von 1995 und unsere Podcastepisode dazu mit Gast Lucas Barwenczik.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste)
Musik von Johannes Klan

Reminiscence
USA 2021, 116 Min., Regie: Lisa Joy


Trailer