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EinFilmVieleBlogger: Geld und Gier im Japan der 80er: „Die Steuerfahnderin“

Hier werden alle Kritiken zu „Die Steuerfahnderin“ versammelt, die im Rahmen von Ein Film – Viele Blogger erstellt oder entdeckt worden sind. Ein Film – Viele Blogger ist eine Mitmachaktion. Du hast selbst einen Artikel zum Film geschrieben, kannst ergänzende Daten liefern, oder möchtest einfach deine Meinung sagen? Wir freuen uns über deinen Kommentar hier unter dem Beitrag, per Mail, per Twitter @schoenerdenken oder auf Facebook.com/schoenerdenken.

Japanische Filme hatten es schwer bei uns, zumindest bevor wir Nippon Connection für uns entdeckten. Tom hatte uns vor einiger Zeit „Die Steuerfahnderin“ empfohlen. Die in Japan sehr beliebte Schauspielerin Nobuko Miyamoto verkörpert eine Steuerfahnderin, die einen steuersäumigen Millionär jagt. Ihre Ermittlungen laufen nicht so wie geplant …

 

„To save money, you don’t spend it. It’s as simple as that. You give maybe $100 at a funeral, $200 at a wedding. That’s not good. A million is nothing if you spend it. But even $100 is yours if you save it. Say you’re trying to fill a glass with dripping water. When it’s half-full, you’re thirsty, so you drink. But that’s stupid. Wait until it’s full. But still don’t drink. Wait ‚til it brims over and lick it. That way you save the water and drink.“

 


Die Neuen Beiträge

Medien-Nomaden

Die Medien-Nomaden haben sich durch einen Fehler von myVideo den falschen Film angeschaut, nämlich die Fortsetzung: „Die Steuerfahnderin 2“. Wenn die sympathischen Jungs nicht gerade Filme verwechseln, machen die Blogger und Podcaster ihren Fans viel Freude mit ihren Berichten über Games, Musik und Kino. Großartigerweise waren sie schon bei „I wie Ikarus“ und „Tagebuch eines Skandals“ aktiv. Jetzt sind sie mit einer gut gelaunten Podcastepisode über „Die Steuerfahnderin 2“ dabei. Den Film empfinden sie als Herausforderung, der die einzelnen Nomaden unterschiedlich gewachsen waren:

 

Die Steuerfahnderin 2 ist aberwitzig, aber bei weitem keine leichte Kost. Eine Gratwanderung zwischen Klamauk und Bierernst. Auf der einen Seite die comichaft überzeichneten Bemühungen der Gangster, ein junges Hausmüttchern aus der Wohnung zu ekeln. Auf der anderen Seite die mahnenden Zwischentöne zum Raubbau der japanischen Wirtschaft, die Anfang der 1990er Jahre tatsächlich implodieren wird. Dazwischen eine Vergewaltigung mit flotten Sex-o-Beats aus dem Off. Dazu die fernöstliche Schauspielkunst, die westliche Sehgewohnheiten auf eine harte Probe stellt.“

 

 

>> Hier geht es zum sehr unterhaltsamen Podcast der Medien-Nomaden.

 


Kinochiwa

„Kinochiwa“ ist der brandneue Stern am Japan-Kino-Podcast-Himmel. Memo und Max sind Liebhaber und Experten des japanischen Kinos und versorgen uns mit viel Hintergrund – sie reden über die japanische Bubble-Economy der 1980er Jahre, in der mehr Geld angehäuft wurde als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte, sie reden über den Regisseur Itami, der den deutschen Filmkennern eher über „Tampopo“ bekannt ist, sie reden über die Rolle der Frau. Und schließlich versteht man auch besser das, was Memo den „Itami-Touch“ nennt:

 

„In diesen Brüchen erzählt sich etwas unglaublich Menschliches, denn die Figuren sind ja sehr oft angelehnt an überkarikierte Comic-Figuren (…) So wie Menschen sind, sind auch sie voller Brüche.“

 

Es wird klar, wie sehr sich ein Film wie „Die Steuerfahnderin“ desto besser erschließt und genießen lässt, je mehr man als Zuschauer über die Rahmenbedingungen weiß. Und dafür ist dieser sehr empfehlenswerte Podcast besonders gut geeignet.

 

 

>> Hier der Podcast auf Kinochiwa.de


Kinomensch
Lucas Barwenczik, der in seinem Blog „Kinomensch“ viel Interessantes zu sagen hat über Filme, Filmkultur, Gott und die Welt, und darüber hinaus die Artikel schreibt, die Alex Matzkeit gerne schreiben würde, entdeckt in seinem Artikel Verbindungen zu „French Connection“, „Wolf of Wallstreet“ und „Frühstück bei Tiffanys“ und endet schließlich bei der Einzigartigkeit des japanischen Films:

 

„Es ist eines der großen Wunder des japanischen Kinos: Ob Mizoguchi oder Ozu, Kurosawa oder eben Itami – der vom Westen so oft belächelte Konformismus führt wieder und wieder zu einer Bewunderung für das vermeintlich Kleine und Nichtige. (…) hier wird mit der Erwartung des Zuschauers gebrochen, statt grauem Bürokratismus gibt es herzblutende Leidenschaft und theatralische Gesten. Was kann man von einem guten Film erwarten, wenn nicht wenigstens eine neue, einzigartige Perspektive?“

 

>> Hier die vollständige Filmkritik auf Kinomensch


SchönerDenken

Für Tom ist „Die Steuerfahnderin“ eine nicht ganz unsentimentale Reise in die Vergangenheit, nach fast 30 Jahren entdeckt er die gebrochenen Figuren wieder, das Augenzwinkern und berührende menschliche Momente. Im Podcast diskutieren Tom, Thomas, Hendrik und Harald unter anderem über das Frauenbild: auf der einen Seite die alleinerziehende, beruflich erfolgreiche Frau, die herumgeschubst wird und sich durchsetzt und auf der anderen Seite die dienenden Frauenfiguren wie die Gespielinnen des reichen Gondo. Harald entdeckt die ersten elektronischen Geräte wie Mobiltelefone und Helmkameras, lange bevor sie Alltag in Deutschland waren – vor allem fällt ihm die enorme Spannung zwischen Hierarchie und Individualität auf. Am Ende lassen die SchönerDenker ihren Besetzungsfantasien freien Lauf …

 


Aus der Blogosphäre



Die Steuerfahnderin / Taxing Woman

Originaltitel: Marusa no onna
Regie und Drehbuch: Juzo Itami
Darsteller (Rolle): Nobuko Miyamoto (Ryoko Itakura), Tsutomu Yamazaki (Hideki Gondo), Masahiko Tsugawa (Hanamura), Yasuo Daichi (Ijuin), Kinzoh Sakura (Kaneko), Hajime Aso (Himeda), Kiriko Shimizu (Kazue Kenmochi), Kazuyo Matsui (Kumi Torikai), Hideo Murota (Jukichi Ishii), Machiko Watanabe (Nurse), Shotaro Takeuchi (Rihei Hakamada), Mitsuhiko Kiyohisa (Gondo no Untenshu), Akira Shioji (Fudosan’ya), Kopichi Ueda (Ninagawa no Fukushin), Yusuke Nagumo (Ninagawa no Kobun)
Kamera: Yonezo Maeda
Schnitt: Akira Suzuki
Musik: Toshiyuki Honda
Produktionsdesign: Shuji Nakamura
Laufzeit: 127 Minuten
Erstaufführung: 7. Februar 1987 (Japan)
Produktionsland: Japan
Produktionsfirmen: Itami Productions, New Century Producers, Toho Co. Ltd.
Produktion: Seigo Hosogoe, Yasushi Tamaoki
Infos: OFDb, IMDb, Wikipedia


So funktioniert EinFilmVieleBlogger

Wir hatten für Euch drei Filme ausgewählt – jeder Filmblogger und Filmpodcaster war herzlich eingeladen, zu einem (oder zweien oder allen) Filmen etwas zu schreiben oder zu podcasten. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben! Wichtig: Die Beiträge zu einem bestimmten Film sollten am gleichen Tag fertig sein, damit die Leser und Hörer auf einen Schlag ganz unterschiedliche Perspektiven auf den Film genießen können. Nachzügler werden auch noch aufgenommen. Und ja, es werden auch Beiträge berücksichtigt, die früher schon geschrieben worden sind, warum nicht. Einfach den Link zum Beitrag als Kommentar schicken, per Mail, per Facebook oder per Twitter an @schoenerdenken.

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