FilmPodcast zwischen Kirk und Kitano

DIE VERLEGERIN: In Your Face Donald Trump

Meryl Streep und Tom Hanks in DIE VERLEGERIN / THE POST @ 2018 Universal Pictures International


Streit im Podcast: Neoklassiker des Journalistenfilms und ganz großes Spielbergkino oder behäbiges Schulfernsehen zum Weglaufen? Die Üblichen Verdächtigen, die sich vor der Kälte ins Parkhaus geflüchtet haben, streiten über Tempo, Kameraeinstellungen, Fake News, Wunschträume und Journalisten in türkischen Gefängnissen. Keine Zweifel gibt es daran, dass Meryl Streep wieder unfassbar großartig ist. Am eiskalten Mikrofon direkt nach dem Film sind zu hören: Bettina, Birgit, Johanna, Tom, Peter, Uwe und Thomas.

„In the First Amendment the Founding Fathers gave the free press the protection it must have to fulfill its essential role in our democracy. The press was to serve the governed, not the governors.“

Aus der Begründung des Supreme Courts der Vereinigten Staaten


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Die Verlegerin (The Post)
USA 2018, 117 Min., Regie: Steven Spielberg


Andere Menschen,
andere Meinungen

Die Verlegerin ist ein sehnsüchtiger,rückwärts gewandter, bisweilen sogar verklärender Film. Weil er einen Journalismus zeigt, wie wir ihn gerne hochleben lassen – wie er aber nur noch in den seltensten Fällen funktioniert. Nicht, weil die Grundsätze des Journalismus heute andere wären. Aber die Umstände. (…) Die Verlegerin ist beileibe kein schlechter Film. Wer sich für die Zeit, die Themen und (Medien-)Geschichte interessiert, der wird sich mit Spielbergs neuestem Werk anfreunden können. Doch so sehr ich es auch als Journalistenfilm in meine Arme schließen will, weil es die Bedeutung einer Errungenschaft namens „Pressefreiheit“ unterstreicht, ist mir Die Verlegerin zu glatt, zu poliert. In meinen Augen nicht der Instant-Genre-Klassiker, den manche in ihm sehen wollen.“
Patrick Torma für journalistenfilme.de

„Der deutsche Verleihtitel deckt den Irrtum auf, dem man Spielbergs Film erlegen kann: es ist nämlich kein Film über „The Post“, sondern über die Person der Verlegerin, die nach dem Selbstmord ihres Mannes an der Spitze einer Zeitung steht und vor einer folgenschweren Entscheidung steht. Und mit Meryl Streep hat Spielberg eine vortreffliche Verkörperung von „Kay“ gefunden. Wie sie Graham als einzige Frau in mitten der Männerwelt spielt – von anfänglicher Verunsicherung bis hin zur gestandenen Verlegerin, die aufs Ganze geht, ist sehenswert. Streep zeichnet ihre Rolle mit kleinen Gesten aus. Flatterig, nervös und schüchtern beginnt sie den Film, am Ende gelingt ihr selbstsicher und überzeugend der Satz: „Meine Entscheidung ist gefallen. Ich gehe ins Bett.“ Grahames dezent geschilderte Entwicklung ist die eigentliche Stärke des Films – ein Gradmesser der Emanzipation, sowohl ihrer als auch der des damaligen Rollenbildes.“
Wehrfrank

„Das Gefühl, dass dieses durchaus dynamische, mit der geübten Hand eines Altmeisters inszenierte Politdrama tatsächlich mehr als nur ein Zwischenstopp, ein Selbstläufer, eine routinierte Fingerübung ist, stellt sich leider nie wirklich ein. Im Schaffen seines Regisseurs ist The Post sozusagen minor Spielberg; ein Film der sich recht selbstverständlich in dessen Filmographie einreiht, aber über ein paar hübsch inszenierte Momente hinaus dann doch wenig Eindruck zu hinterlassen imstande ist. The Post weiß die Aufmerksamkeit seines Publikums aufrecht zu erhalten, aber zu fesseln, zu rühren, richtig mitzureißen – das schafft er nie.“
Nikolas Friedrich für moviebreak

„Eine der Kernenthüllungen (die uns zwar nicht mehr neu ist, aber immer wieder schockiert) und Meryl Streeps Spiel. Wie sie die Entwicklung von der unsicheren Verlagschefin zu einer Frau mit Rückgrat spielt ist großartig. Davon kann nicht mal die ausgesucht hässliche Garderobe ablenken.“
Laetitia für blugadget