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THE CHRYSANTHEMUM AND THE GUILLOTINE – Kiku to girochin (Nippon Connection 2019)

SchönerDenken auf NipponConnection 2018The Chrysanthemum and the Guillotine von Takahisa ZEZE


Ja, Nippon Connection kann auch bedeuten, dass man sich drei Stunden in japanischer Sprache anschreien lässt. Aber wenigstens in ausgezeichneter Gesellschaft. Im Ernst: THE CHRYSANTHEMUM AND THE GUILLOTINE sind die drei unsubtilsten Stunden der japanischen Filmgeschichte. Die Themen des Films sind so vielversprechend: Es geht um Frauen-Sumo, um Anarchisten in Japan und um die Verbrechen, die an den Koreanern begangen worden sind. Leider kann der Film diese Schätze nicht heben, weder filmhandwerklich noch dramaturgisch. Statt das Scheitern der Utopien zu zeigen, scheitert der Film an sich selbst. Oder wie Lucas so schön im Podcast sagt: „Blut, Schweiß und Gähnen“

DANKE an die tollen Gast-Podcaster, die in dieser Episode ihre ersten Eindrücke schildern und auf überraschende Patzer wie die Einblendung einer Softwarekennung ansprechen. Direkt nach dem Film sind am Mikrofon: ABSPANNGUCKER René, Thomas und Hendrik von SCHÖNERDENKEN, Andras und Kinomensch Lucas von LONGTAKE.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

The Chrysanthemum And The Guillotine (Kiku to girochin)
Japan 2018, 189 Min., Regie/Drehbuch: Takahisa ZEZE


Und das sagt Nippon Connection über THE CHRYSANTHEMUM AND THE GUILLOTINE:

Frauen-Sumo? Nein, das ist keine neumodische Idee exzentrischer Sportpromoter. Noch im frühen 20. Jahrhundert erfreute sich Frauen-Sumo in Japan großer Beliebtheit. In derselben Ära versuchten auch linksradikale politische Splittergruppen mit Gewalt ihre Vision einer gerechteren Gesellschaft durchzusetzen. Takahisa ZEZE verbindet in seinem energiegeladenen Spielfilmepos die Geschichte der jungen Tomoyo, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann geflohen ist, mit einer schonungslosen Analyse sozialer Missstände im Japan der 1920er Jahre. Hauptdarstellerin Mai KIRYU erhielt für ihre beeindruckende Leistung den Gemstone Award des Tokyo International Film Festival 2018.

Über den Regisseur

Takahisa ZEZE, 1960 in der Präfektur Oita geboren, begann bereits während seines Philosophiestudiums an der Kyoto University 8- und 16mm-Filme zu drehen. Nach dem Abschluss arbeitete er für die Produktionsfirma Shishi und debütierte 1989 mit dem Pink-Film GOOD LUCK JAPAN. Während er sich in den 1990er Jahren als einer der führenden Pink Film-Regisseure etablierte, schrieb er unter diversen Pseudonymen zahlreiche Drehbücher. Sein Film HEAVEN’S STORY (NC ’11) gewann 2011 bei der Berlinale den NETPAC Award. Mit dem zweiteiligen Mystery-Drama 64 gelang ihm 2016 einer der großen Kassenerfolge des japanischen Kinos.