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Viel Optimismus, wenig Gewicht: „Tomorrowland“

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So schön, so bunt, technisch wundervoll umgesetzt. Aber wenn man dem Film seine zuckersüße Oberfläche abgelutscht hat, kommt der muffige Geschmack der 1960er Jahre durch. Der Podcast heute mit sieben Stimmen – am Mikrofon direkt nach dem Kino: Tom, Harald, Katharina, Hendrik, Andreas, Dominik und Thomas.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

A World Beyond (Tomorrowland)
USA 2015, 130 Min., Regie: Brad Bird


Andere Menschen,
andere Meinungen

Simon Spiegel (utopia2016.ch) erklärt, was „Tomorrowland“ mit William Gibsons Geschichte „The Gernsback Continuum“ zu tun hat und gibt ein klares Urteil über den Film ab: „Bird hat einen seltsam verkorksten Film abgeliefert, der auf so ziemlich allen denkbaren Ebenen Probleme hat. Was freilich nicht heisst, dass er gänzlich belanglos wäre. Vielmehr fällt Tomorrowland wie der hier bereits diskutierte Things to Come in die Kategorie ›hoch interessanter Murks‹.“

Keine ausgereifte Dramaturgie, findet Duck (wirsindmovies.com): „Eine ewig scheinende Exposition, ein wenig Roadmovie hier, ein wenig Science-Fiction dort, garniert mit etwas Apokalypse, aber bei weitem nicht ordentlich gekocht, sondern maximal auf kleinster Flamme noch roh von der Platte genommen.“

Die Botschaft des Films ist direkt aus den 1960er Jahren importiert. Frank Schmidke (cinetastic.de) bringt es auf den Punkt: „Die im Film vertretene These, dass es heute keine Zukunftsvisionen mehr gäbe und Mahner und Miesepeter wie Lehrer, Nachrichtenreporter und Wissenschaftler die Welt nur schlecht reden, ist durchaus streitbar. „A World Beyond“ verströmt als Gegenentwurf einen reaktionären Fortschritts- und Technikglauben, der tatsächlich aus der Zeit stammt, als man Atomkraft noch für einen Segen hielt.“

Andrea (Filmtourismus.de) ist die große Expertin für Filmdrehorte und erklärt über die Filmstadt Tomorrowland: „Zunächst schien es, als müsste dieser von Visionären errichtete Ort komplett neu gebaut werden. Aber dann entdeckte Visual-Effects-Produzent und Co-Produzent Tom Peitzman durch Zufall eine futuristisch aussehende Location und zeigte sie Brad Bird. Es stellte sich heraus, dass es sich um die Stadt der Künste und der Wissenschaften im spanischen Valencia handelt, erbaut von Santiago Calatrava, dessen Arbeiten ohnehin eine Inspirationsquelle für Produktionsdesigner Scott Chambliss waren.“