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BLACK PANTHER: Black and proud aber viel zu viel Vibranium

Chadwick Boseman als Black Panther/ T'Challa © Marvel Studios 2018


Der erste Superheldenfilm mit einem fast komplett schwarzen Cast – einige der Üblichen Verdächtigen mögen ihn, die anderen wollen ihn mögen. Starke Darsteller, sehr starke Frauenrollen, aber am Ende ein blasser schwarzer Panther? Direkt nach dem Kino wird über Casino-Action, Nashörner und Disneyland sinniert und Antimonarchist Thomas redet sich etwas in Rage :-) Am Mikrofon: Johanna, Julia, Gabriele, Uwe, Tom und Thomas.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Black Panther
USA 2018, 135 Min., Regie: Ryan Coogler


Andere Menschen,
andere Meinungen

„… die Antagonisten sind meist deutlich spannender als der Held selbst. Während Klaue einfach nur verrückt ist und dies von Serkis mit absoluter Hingabe ausgespielt wird, ist Killmonger mit seiner Motivation endlich mal wieder ein interessanter Bösewicht im Marvel Cinematic Universe. Der Film wirft nämlich unbequeme Fragen auf – wenn man die Möglichkeit und die Technologie hat, anderen Menschen zu helfen, soll man diese nutzen, auch wenn es den eigenen Schutz gefährdet? Und wie sieht diese Hilfe genau aus? Anhand unterschiedlichster Figuren werden diese Themen im Kontext der Situation von Afro-Amerikanern in den USA immer wieder aufgegriffen und verschiedene Ansichten prallen aufeinander. Solch detaillierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlich aktuell relevanten Themen hätte man nicht in einem Marvel-Film vermutet.“
Matthias Holm für Die Nacht der lebenden Texte

„Wakanda ist quasi eine Erbmonarchie, in der der König weitreichende Rechte hat. Dieses Herrschaftssystem ist nicht mehr zeitgemäß, als es aber herausgefordert wird, wird aus dem komplexen Gegenspieler mit guten Argumenten allzu schnell ein machtbesessener, größenwahnsinniger Bösewicht. Das ist schade …“
Sonja Hartl für kino-zeit.de

„Es ist ein Spagat zwischen dem moralischen Anspruch, mit dem man offensichtlich in diesen Film gegangen ist, und der unterhalterischen Notwendigkeit, die ein MCU-Film nunmal mit sich bringt. Vielmehr ist er aber auch nicht. Den offensichtlichen und kontraproduktiven Widerspruch, blenden sie sogar aus: Ein afrikanischer Staat kann nur zu Wohlstand kommen und zur Weltmacht werden, indem er glücklicherweise auf einem großen Haufen Edelmetall sitzt? Vielleicht bin ich persönlich nicht sensibilisiert genug für das Thema, doch vom Hocker reißen kann es mich nicht.“
Marco Risch

„Black Panther ist dann doch einfach nur ein weiterer Konsumhappen des MCU, das mittlerweile wohl nur noch den eigenen Anspruch als Messlatte nutzt. Das ist überaus ärgerlich, denn Potenzial für mehr wäre vorhanden gewesen – sogar mehr als von den Marvel Studios gewohnt. Alleine dass der Titelheld mit seiner kleinen Schwester Shuri (Letitia Wright, The Commuter) quasi ein Äquivalent zu James Bonds Q hat, stößt neue Türen auf. Problem ist, dass Marvel sich nicht wirklich traut, hindurch zu gehen.“
Sebastian Groß für moviebreak

„Die erste richtig große Schwäche in „Black Panther“ ist allerdings die Story, zwar werden diverse kleinere Handlungsstränge parallel zueinander verfolgt, letzten Endes läuft es aber auf die klassische Heldenreise gepaart mit „Ich will Kalif anstelle des Kalifen werden“-Story-Stranges heraus. Und die hat man gerade bei Superheldenverfilmungen inzwischen wirklich oft genug gesehen. Schade eigentlich, denn von so mancher Nebenhandlung, bzw. Nebenkonflikt hätte man gern mehr gesehen.“
Khalil Boeller für entertainment-blog

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