Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI: Die Wut der Mildred Hayes

Frances McDormand als Mildred Hayes in Three Billboards outside Ebbing, Missouri © 2017 Twentieth Century Fox


Es geht um Wut und Ohnmacht, um Schuldgefühle, um Gesellschaftskritik, Rassismus und Gewalt gegen Frauen. Was ist das für ein Genre-Bastard zwischen Unterhaltung, tragischem Melodram und bitterböser schwarzer Komödie! Und was für ein herausragendes Filmende!

Die Üblichen Verdächtigen sind in großer Zahl am Start und sprechen über die starke, intime Kamera, die bärenstarke Frauenfigur, faszinierende Verliererfiguren, Orangensaft, Sam Rockwell, das seltene Lächeln von Frances McDormand, herausragende Dialoge und einen aus der Küche geworfenen Pfarrer. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Heidi, Katharina, Birgit, Katharina P., Peter, Dominik, Uwe, Tom und Thomas.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Three Billboards outside Ebbing, Missouri
USA 2017, 116 Min., Regie/Drehbuch: Martin McDonagh


Andere Menschen,
andere Meinungen

„Dieses Gleichnishafte begeistert mich durchaus, unabhängig davon, ob „der Film“ diese Aussage intendiert oder nicht. Im Kino kann ich darüber lachen, dreckig und tief. Passend zum Verlauf der Handlung, verweigert der Film auch dem Großteil der Akteure ein fröhliches Ende. Vielmehr sind es Tod, Trauer und Ratlosigkeit, welche auf das Personal einprasseln. So mag ich Kino.“
Max Roth

„Als Mildred sich bei Willoughby über den unbeherrschten Dixon beschwert und auf einen (nicht näher erläuterten) zurückliegenden Fall von Polizeigewalt gegen Schwarze anspielt, erwidert Willoughby wegwischend: „Wenn ich alle Cops rausschmeiße, die Rassisten sind, dann bleiben nur noch drei übrig. Und die hassen alle Schwuchteln.“ Wie Willoughby im nächsten Moment selbst über diesen Satz schmunzeln muss, zeigt sein Bewusstsein dafür, dass das gerade ebenso unangemessen wie wahr war – und ja, eben auch ein bisschen lustig.“
Frank-Michael Helmke für filmszene.de

„Martin McDonagh will mit Argumenten argumentieren, die er selbst nicht ernst nimmt. Immer wieder flüchtet er sich in ironische Brüche, blickt aus satirischer Perspektive auf das Geschehen und sabotiert mit willkürlichen Wechseln auf stilistischer wie tonaler Ebene munter die dramaturgische Kontinuität, bloß, um einen vermeintlich raffinierten Kommentar in seine Inszenierung zu schleusen. Subtil geht dabei nichts vonstatten, so penetrant und ignorant schmettert Martin McDonagh seine Botschaft zwischen die Zeilen, während er die Schlagfertigkeit seiner One-liner maßlos überschätzt.“
Matthias Hopf für Das Film Feuilleton

„Das Drehbuch von Martin McDonagh ist so gut, dass der Film auch einer Zweit- oder Drittsichtung locker standhalten kann. Definitiv ist THREE BILLBOARDS ein Film, den man sich in die heimische DVD-Sammlung stellen sollte, denn ich bezweifle, dass dieser Film jemals auch nur in Ansätzen „schlecht wird“. Der schwarze Humor ist pointiert eingesetzt. Die Charakterzeichnung ist so gelungen, dass man hinterher mit allen Figuren – seien es Hauptrollen oder Nebenrollen – mitfühlt und deren Motivation nachvollziehen kann.“
Franziska für Audoring Audience


Sehr sehenswert: die Analyse von Nerdkultur