Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Cumberbatch lehrt uns, Alan Turing zu lieben: „The Imitation Game“

© SquareOne Entertainment

© SquareOne Entertainment



Für SchönerDenken im Kino waren diesmal: Katharina, Bettina, Prof. Pu, Dominik, Götz und Thomas. Alle waren sehr zufrieden mit „The Imitation Game“, aber keiner hat soviel um Alan Turing geweint wie Thomas. Und Götz outet sich als Keira Knightley-Fanboy.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben (The Imitation Game)
GB 2014, 113 Min., Regie: Morten Tyldum

Andere Menschen,
andere Meinungen

Der Film zeigt, dass Turing als Homosexueller zur chemischen Kastration gezwungen und schließlich in den Selbstmord getrieben wurde. Für Lars Bieker (filmfutter.com) ist das nicht genug: „Da Alan Turing seine sexuelle Orientierung nur im Geheimen ausleben konnte, war dies ein enormer Druck und essentieller Bestandteil seines Lebens. Dieser Aspekt wird lediglich vage angedeutet und kommt viel zu kurz, als sei Alan Turing nur marginal an Zuneigung interessiert. Um ein klares Statement über Homophobie und die hanebüchenen Methoden der britischen Justiz zur Heilung dieser Verirrung zu liefern, fehlte vielleicht der Mut (Erinnerungen an verwährte Oscartrophäen für „Brokeback Mountain“ werden wach).“

„Imitation Game“ könnte auch als Motto über dem Schauspielerleben von Benedict Cumberbatch stehen – ein sehr guter Beitrag von Lucas Barwenczik (kinozeit.de) setzt sich mit dem Erfolgsgeheimnis des Schauspielers auseinander: „Es ist seine langes, markantes Aristokratengesicht, seine schwer zu verortende Schönheit und der Affekt in jeder Geste, die ihn für solche Rollen prädestiniert. Über Turing sagt er: „Er sollte auf Banknoten in Großbritannien sein; er sollte in einem Atemzug genannt werden mit Darwin und Newton, als Pionier der Wissenschaft. Warum wird er das nicht?““