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SPIDER-MAN: FAR FROM HOME – Verliebtsein bleibt das größte Abenteuer

© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH Michelle (ZENDAYA) und Peter Parker/Spider-Man (Tom Holland) in SPIDER-MAN: FAR FROM HOME


Nach dem großen Finale ENDGAME hatte ich mich auf die eher leichtfüßige Spinne aus der Nachbarschaft gefreut. Aber so leichtfüßig ist Spider-Man diesmal nicht: FAR FROM HOME ist auch ein zum Teil melancholischer Epilog und funktioniert nicht für Zuschauer, die ENDGAME nicht gesehen haben: Es gibt Trauer und Abschiede, Neuanfänge und neue Freunde. Und in der Nachbarschaft bleibt Peter Parker auch nicht lange, denn ein Schulausflug führt nach Europa. FAR FROM HOME hat mehr Schauplätze als ein James Bond- oder ein Bourne-Film. Und egal ob Venedig, Prag, Paris oder London: Überall gibt es Action-CGI-Gewitter mit neuen Monstern und neuen Helden (Jake Gyllenhaal!).

Ein bisschen viel CGI-Gewitter für unseren Geschmack. Für mich überlagerte aber das wunderbare „Boy Meets Girl“-Thema das ganze Action-Schnickschnack. Die zarte und dabei moderne Romanze bringen Tom Holland und Zendaya perfekt in den Film. Dazu noch eine gute Portion Teenie-Komödie mit den Mitschülern, überraschende Twists und trockener Humor – und schon hatte ich ein Gegengewicht zu den übergroßen Action-Szenen.

Der Film versucht den ambitionierten Spagat, zusätzlich zu einer RomCom, einer Teeniekomödie, einem Superhelden-Action-Abenteuer auch noch Fake News zum Thema zu machen – und die Frage, was Realität ist und was Illusion und ob wir bei Politikern, Journalisten und Superhelden unseren Augen noch trauen können. Ich halte es den Filmemachern zugute, dass sie es versuchen, auch wenn der Spagat nicht immer und nicht für jeden gelingt. Am Mikrofon direkt nach der Vorstellung: Johanna, Tom, Uwe, Harald und Thomas.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Spider-Man: Far From Home
USA 2019, 130 Min., Regie: Jon Watts


Andere Menschen,
andere Meinungen

„Spider-Man: Far from Home ist kein anstrengendes ADHS-Kino wie Suicide Squad (2016), sondern ein stimmiger Mix aus Humor, Coming-of-Age-Momenten und Spektakel. Dass sich ein peinlicher, missverständlicher Handy-Schnappschuss verbreiten könnte, ist hier nicht weniger eine Katastrophe als das bedrohliche Verrücktspielen der Elemente. Und zwei Hände, die sich berühren wollen, sind hier nicht weniger von Bedeutung als der nächste S.H.I.E.L.D.-Auftrag. Zu den witzigsten Einfällen dieses Films zählt überdies das überraschende und ausufernde Turteln zwischen Peters bestem Kumpel Ned (Jacob Batalon) und der braven Streberin Betty (Angourie Rice).“
Andreas Köhnemann für kino-zeit