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#Japanuary 2019 Nr. 2: FOREBODING (Yocho: Sanpo suru shinryakusha)

SchönerDenken auf NipponConnection 2018



Beim Festival Nippon Connection 2018 gesehen, im Japanuary 2019 besprochen: Kiyoshi Kurosawas FOREBODING. Der Regisseur konfrontiert uns hier mit einer ungewöhnlichen Bedrohung: Außerirdische stehlen den Menschen Konzepte, Liebe, Familiensinn, Optimismus … Unübersehbar eine Metapher für Isolation und Entfremdung der Gegenwart.

Im Podcast diskutieren wir über die Atmosphäre des Films, die Perspektiven durch die Vorhänge, die entsättigten Farben, die kleinen Entrückungen von der Normalität, die Hässlichkeit der Szenerien – damit schafft Kurosawa eine Stimmung der überwältigenden Hoffnunglosigkeit, Trauer und Trostlosigkeit.

Stimmt das Timing des Films, würde er als Serie besser funktionieren oder ist er perfekt so wie er ist? Oder ist die Geschichte hanebüchen und die Protagonisten Trantüten, wie Schlopsi stöhnt? Die verschiedensten Meinungen diskutieren direkt nach dem Film Kinomensch Lucas Barwenczik (Longtake), die beiden Abspanngucker Alexander „The Voice“ Sobolla und René „The Brain“ Hoffmann, Schlopsi (Infernal Cinematic Affairs), Andras und die SchönerDenker Harald und Thomas.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Foreboding (Yocho: Sanpo suru shinryakusha)
Japan 2017, 140 Min., Regie: Kiyoshi Kurosawa


Und das sagt Nippon Connection über FOREBODING:

Der Himmel über Tokio ist anders als sonst, Menschen verhalten sich seltsam, merkwürdige Ereignisse häufen sich und es hört nicht auf zu regnen. Diese Verdichtung eigenartiger Phänomene lässt Etsuko befürchten, dass die Erde auf eine Katastrophe zusteuert. Als sie versucht, diese aufzuhalten, scheint es bereits zu spät zu sein. Für seine beunruhigende Vision vom Ende der Menschheit greift der mehrfach preisgekrönte Regisseur Kiyoshi KUROSAWA (NIPPON HONOR AWARD 2016) auf Stilmittel des Science-Fiction- und Horrorfilms zurück. FOREBODING ist die Spielfilmversion der gleichnamigen Mini-TV-Serie und wurde bereits auf der Berlinale 2018 gezeigt.

Über den Regisseur
Kiyoshi KUROSAWA, 1955 in Kobe geboren, begann seine Karriere als Regieassistent, unter anderem von Shinji SOMAI. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit CURE (1997). Beim Filmfestival in Cannes erhielt er zweimal den Prix Un Certain Regard: 2008 für TOKYO SONATA und 2015 für JOURNEY TO THE SHORE. Seit 2005 unterrichtet er an der Tokyo University of the Arts in Yokohama. 2016 wurde er mit dem NIPPON HONOR AWARD ausgezeichnet.

Filmografie
1983 Kandagawa Pervert Wars (Kandagawa inran senso); 1997 Cure; 2001 Pulse (Kairo); 2005 Loft (NC ’06); 2008 Tokyo Sonata (NC ’09); 2012 Penance (Shokuzai / NC ’13); 2015 Journey to the Shore (Kishibe no tabi / NC ’16); 2016 Creepy (Kuriipii itsuwari no rinjin / NC ’16); 2016 Daguerrotype (Dagereotaipu no onna / NC ’17)