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OH LUCY! Ausbruch aus der Enge

SchönerDenken auf NipponConnection 2018Oh Lucy!


Atsuko Hirayanagi wirft in OH LUCY! einen eindringlichen Blick in die Enge der japanischen Gesellschaft: Im Mittelpunkt steht Setsuko, eine Frau Anfang Vierzig in einem grauen Bürojob (großartig gespielt von Shinobu Terajima). Seit ihre Schwester ihr die große Liebe ausgespannt hat, scheint sie alleine zu sein. Als sie den Englischlehrer John (Josh Hartnett) kennenlernt, bricht ihr Schutzpanzer auf und sie versucht in ein neues Leben aufzubrechen, geht große Risiken ein. Ein Drama, das sehr stark das Gleichgewicht zwischen den tragischen und komischen Elementen hält. Ganz klar einer der stärksten – vielleicht der stärkste Film des Festivals. Im Podcast sind wir uns alle einig: Alex „The Voice“ von den Abspannguckern, Kinomensch Lukas (Longtake), Micha von Schneeland und Thomas für SchönerDenken.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Oh Lucy!
Japan/USA 2017, 95 Min., Regie/Drehbuch:Atsuko Hirayanagi


Und das sagt Nippon Connection über OH LUCY!:

Setsuko lebt perspektivlos und enttäuscht in Tokio – bis sie ihr Herz an ihren neuen Englischlehrer John verliert. Leider interessiert sich dieser mehr für ihre Nichte, mit der er in die USA reist. Setsuko und ihre Schwester folgen dem Paar in den Sonnenstaat Kalifornien auf eine Reise, nach der nichts mehr so sein wird, wie es war. Mit außerordentlichem Gespür für komisches Timing inszeniert Atsuko HIRAYANAGI in ihrem Debütfilm ein bezauberndes Gefühlswirrwarr. Die diesjährige NIPPON HONOR AWARD-Preisträgerin Shinobu TERAJIMA glänzt dabei mit einer vielschichtigen Performance, für die sie bei den Independent Spirit Awards als beste Schauspielerin nominiert wurde.

Über die Regisseurin
Atsuko HIRAYANAGI wurde 1975 in Nagano geboren und wuchs in Chiba auf. Sie studierte an der New York University Tisch School of the Arts und machte 2014 ihren Abschluss mit dem Kurzfilm OH LUCY!, der weltweit über 30 Preise gewann. Das gleichnamige Remake von 2017 ist ihr Langfilmdebüt.