DIE DREI MUSKETIERE: D’ARTAGNAN – Degenduelle im Dunklen

Francois Civil (links) als d’Artagnan © 2023 – Chapter2 – Pathe Films – M6 Films – Constantin Film Verleih GmbH/Ben King

Francois Civil (links) als d’Artagnan © 2023 – Chapter2 – Pathe Films – M6 Films – Constantin Film Verleih GmbH/Ben King

Die Farbpalette ist vielfältig: Sie reicht von Erdbraun, Graubraun, Weinrotbraun, Schlammbraun, Sandbraun bis hin zu aufregendem Schwarzbraun. In Kombination mit dem Verzicht auf Schweinwerfer auch nachts und im Regen hat der Film einen ganz besonderen Look. Erkennen kann man allerdings nicht viel, geschweige denn die Charaktere im Gewusel auseinanderhalten. Aber bei den Musketieren kommt es ja nicht drauf an, wer zum König gehört und wer zum Kardinal …

Die neue Verfilmung erinnert an DER PAKT DER WÖLFE, erreicht aber weder optisch noch dramaturgisch dessen Klasse. Überhaupt ist diese Version nicht sorgfältig gedreht, auch das schönste Bild wird spätestens nach fünf Sekunden geschnitten und vielen Einstellungen sieht man an, dass nicht bis zum optimalen Take gedreht wurde. Eher ein TV-Zweiteiler als ein Kinoereignis. Im Podcast direkt nach dem Film reden die Üblichen Verdächtigen über verschenkte Stars, fragen uns nach der Motivation der Neuverfilmung, vermissen Stative und stellen Vergleiche an mit der großartigen Lester-Version von 1973. Am Mikrofon: Johanna, Heidi, Martin, Hendrik und Thomas.


Folge 1205
Unser erster Eindruck von DIE DREI MUSKETIERE: D’ARTAGNAN direkt nach dem Kino
Länge: 11:03


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken
Bild: © 2023 – Chapter2 – Pathe Films – M6 Films – Constantin Film Verleih GmbH/Ben King
Musik: Johannes Klan


Die drei Musketiere: D’Artagnan
FRK 2023, 121 Min., Regie: Martin Bourboulon


Andere Meinungen

„Nur das Nötigste ist zu erkennen, während Fieslinge ein Attentat verüben. Daraufhin begräbt ein Einbeiniger die Opfer – eines davon lebendig: D’Artagnan, der sich hustend aus dem Dreck wühlt, als sei er ein Zombie aus einem Horrorfilm. Es ist eine eindrucksvolle Eröffnung, nach der man gerne glaubt, dass der Musketier-Mythos vielleicht doch noch nicht zu Tode adaptiert wurde. Allerdings halten Bourboulon und die Drehbuchautoren Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte diese Qualität nicht über zwei Stunden durch.“
Sidney Schering für filmstarts.de

„Selten haben wir in den vergangenen Jahren schließlich eine dermaßen schlechte und anstrengende Kameraführung erlebt, wie in der neuesten Adaption des Alexandre Dumas Stoffs. Martin Bourboulon setzt hier vor allem in den Actionszenen teilweise so extrem auf eine Wackelkamera, dass es auf der Kino-Leinwand kaum möglich ist, dem Geschehen überhaupt noch zu folgen. Es entsteht mitunter gar eher der Eindruck, man hätte hier einen Amateur mit der Handykamera hinter den Darstellern hergehetzt. Dazu noch eine seltsame Auswahl des Bildausschnitts, bei der das Objektiv regelmäßig zu nah an die Gesichter der Protagonisten heranzoomt und eine unfassbar schlechte Ausleuchtung der Szenerie und es zeigt sich, dass „Die drei Musketiere“ hier alles falsch macht, was man handwerklich überhaupt falsch machen kann. Vielleicht hat am Ende der ein oder andere immerhin noch an der Altmodigkeit der Degengefechte seinen Spaß.“
Virtual DVD Magazin


Trailer