Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

BLOOD OF WOLVES: Wer nicht vom Drahtseil fallen will, muss weitergehen (Koro no chi)

SchönerDenken auf NipponConnection 2018Blood of Wolves


Zu später Stunde hat der Cop-Yakuza-Thriller BLOOD OF WOLVES bei uns gepunktet – ich zitiere Kinomensch und Longtaker Lucas „Yakuza-Farce mit schwarzem Humor und cartoonhaften Gewaltspitzen. Nicht unbedingt übermäßig clever, dafür aber sehr kurzweilig.“ Recht hat er. Die klassischen Zutaten werden hier sehr überzeugend neu zusammengekocht: Der Rookie, der erfahrene Cop zwischen Korruption, großem Herz und unorthodoxer Ermittlung, die charismatische Bardame, die Unterweltbosse und ihre durchgeknallten Handlanger, explizite Körperteilabtrennungen, Mord im Schweinekoben, schwarzer Humor, starker Score. Was will man mehr – starke Empfehlung!

Im Podcast direkt nach dem Film einhellige Begeisterung. Am Mikrofon: Schlopsi von Infernal Cinematic Affairs, Rene „The Brain“ von den Abspannguckern, Michael von Kompendium des Unbehagens, Andras und von SchönerDenken Harald und Thomas.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Blood of Wolves (Koro no chi)
Japan 2018, 126 Min., Regie: Kazuya Shiraishi


Und das sagt Nippon Connection über BLOOD OF WOLVES:

Hiroshima 1988: Der junge Polizist Hioka wird dem älteren Ogami zugeteilt, einem knallharten Cop wie er im Buche steht. Von den Yakuza-Gangstern, die er eigentlich bekämpfen soll, unterscheidet sich Ogami kaum und es dauert nicht lange, bis Hioka Zweifel daran kommen, auf welcher Seite des Gesetzes sein Partner eigentlich steht. Wer bei Yakuza-Filmen, die in Hiroshima spielen, an Kinji FUKASAKUs legendäre Filmreihe BATTLES WITHOUT HONOR AND HUMANITY denkt, liegt ganz richtig: THE BLOOD OF WOLVES ist eine kompromisslose Hommage und muss sich vor dem großen Vorbild nicht verstecken. In der Paraderolle als Brutalo-Cop ist NIPPON HONOR AWARD-Preisträger Koji YAKUSHO zu sehen.

Über den Regisseur
Kazuya SHIRAISHI, 1974 in Hokkaido geboren, studierte in den 1990er Jahren an einer privaten Filmschule und hat anschließend als Regieassistent für Koji WAKAMATSU, Isao YUKISADA und Isshin INUDO gearbeitet. LOST PARADISE IN TOKYO (2009) ist sein Regiedebüt. Für THE DEVIL’S PATH war er 2014 bei den Japan Academy Awards u.a. als bester Regisseur nominiert.

Filmografie
2009 Lost Paradise in Tokyo; 2013 The Devil’s Path (Kyoaku); 2016 Twisted Justice (Nihon de ichiban warui yatsura); 2016 Dawn of the Felines (Mesunekotachi / NC ’17); 2018 The Blood of Wolves (Koro no chi); Sunny / 32