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OUTRAGE CODA: Männer, die auf ihr Ende warten (Autoreiji saishusho)

SchönerDenken auf NipponConnection 2018Takesho Kitano OUTRAGE CODA


Takeshi Kitano hat ein eigenes Subgenre geschaffen: den Otomo-Yakuza-Film. Wichtigste Merkmale sind sich pausenlos anschreiende Männer in dunklen Anzügen und schwarzen Oberklasselimousinen, ständiges Gerede von Loyalität, die aber fast nie zu finden ist und Otomo als (Anti-)Held, der weniger zu sehen ist, als man erwarten würde. Das trifft in erfreulicher oder ermüdender Gleichförmigkeit auf alle drei Filme zu – auch auf OUTRAGE CODA, wobei Coda aus der Musiklehre entlehnt ist und ein nicht unbedingt notwendiges Abschlussstück bezeichnet, sozusagen einen Schlussakkord in Moll.

Im Podcast werden wir prominent von der ganzen „Familie“ unterstützt – von Alexander „The Voice“ (Abspanngucker), Rene „The Brain“ (Abspanngucker), Michael (Kompendium des Unbehagens) und Lucas „Kinomensch“ (Longtake). Für SchönerDenken dabei: Hendrik, Harald und Thomas. Hört rein, wenn Ihr wissen wollt, wer der eigentliche Sieger ist, wenn die Zeit der Yakuza vorüber sein sollte und was das alles für das Rentensystem bedeutet :-)

Hier unser Podcast zu OUTRAGE (2010) mit Michael von Kompendium des Unbehagens und unser Podcast zu OUTRAGE BEYOND (2012).


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Outrage Coda (Autoreiji saishusho)
Japan 2017, 104 Min., Regie/Drehbuch/Schnitt: Takeshi Kitano


Und das sagt Nippon Connection über OUTRAGE CODA:

Otomo, verkörpert von Multitalent Takeshi KITANO, hat den japanischen Yakuza den Rücken gekehrt, um in Korea für den einflussreichen Gangster Mr. Chang zu arbeiten. Doch als ein Yakuza während einer Reise nach Korea einen Eklat auslöst, setzt sich eine Kettenreaktion der Gewalt in Gang und Otomo wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Mit OUTRAGE CODA schließt Takeshi KITANO seine Trilogie über den alternden Gangster Otomo ab. Erneut verbindet der Filmemacher seine Markenzeichen, lakonischen Humor und unerwartete Gewaltausbrüche, um in hochästhetischen Bildern sein Stammgenre, den Gangsterfilm, auf unterhaltsame Weise zu dekonstruieren.

Über den Regisseur
Takeshi KITANO, 1947 in Tokio geboren, ist Regisseur, Schauspieler, Autor, TV- und Radiomoderator, Maler und Comedian. Mit seinem Regiedebüt VIOLENT COP (1989) sorgte er international für Furore. Mit HANA-BI (1997) gewann er den Goldenen Löwen und mit ZATOICHI (2003) den Silbernen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig. Darüber hinaus unterrichtete er an der Tokyo University of the Arts.

Filmografie
1989 Violent Cop (Sono otoko, kyobo ni tsuki); 1993 Sonatine; 1997 Hana-bi; 1999 Kikujiro (Kikujiro no natsu); 2002 Dolls (NC ’03); 2003 Zatoichi (NC ’04); 2010 Outrage; 2012 Outrage Beyond (NC ’13); Ryuzo and the Seven Henchmen (Ryuzo to shichinin no kobuntachi / NC ’16)