Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

RIVER’S EDGE: Verzweifelte Jugend (Ribâzu ejji)

SchönerDenken auf NipponConnection 2018River´s Edge Nippon Connection 2018


In dieser Podcast-Episode fliegen (argumentativ) die Fetzen: Die Coming-of-Age-Geschichte von verschiedenen Schülern, die massiv mit ihrer Sexualität, mit Hass, Gewalt und Identität zu kämpfen haben, kam in der Runde direkt nach dem Film sehr unterschiedlich an:

Michael vom Kompendium des Unbehagens, Alex von den Abspannguckern, Schlopsi von Infernal Cinematic Affairs und Thomas und Hendrik von SchönerDenken sind positiv beeindruckt.

Sehr kritisch sind Jan von Kompendium des Unbehagens, Kinomensch Lucas von Longtake und besonders Michael von Schneeland. Die Diskussion entzündet sich vor allem an der überzeichneten Verdichtung der jugendlichen Probleme und an den eingefügten Interviews, die aus dem restlichen Film ausbrechen.

Die Meinungen gehen weit auseinander – die temperamentvolle Diskussion bringt aber einige interessante Aspekte dieser Manga-Verfilmung ans Licht. Gesehen und aufgenommen auf Nippon Connection 2018.

Tipp: Die Podcastepisode von Kompendium des Unbehagens zum Festivaltag – hier geht es auch um RIVER’S EDGE.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

River`s Edge (Ribâzu ejji)
Japan 2018, 118 Min., Regie: Isao Yukisada


Und das sagt Nippon Connection über RIVER`S EDGE:

Ichiro und seine beste Freundin Haruna, die ihn regelmäßig vor den Angriffen seiner Mitschüler*innen schützt, entdecken eine Leiche am nahegelegenen Fluss. Der unheimliche Fund ist der Ausgangspunkt einer Kette von Ereignissen, die in einer Eskalation von Gewalt enden wird. In seiner ersten Manga-Adaption widmet sich Isao YUKISADA erneut seinem bevorzugten Sujet, dem Coming-of-Age-Film. Um Themen wie Mobbing, verheimlichte Homosexualität, Prostitution und ungewollte Schwangerschaft spinnt er in RIVER’S EDGE das Bild einer desillusionierten Jugend. Die Adaption des gleichnamigen Mangas aus dem Jahr 1993 wurde bei der Berlinale 2018 mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet.

Über den Regisseur
Isao YUKISADA, 1968 in der Präfektur Kumamoto geboren, besuchte das Toho Gakuen Film Techniques College und arbeitete als Regieassistent u.a. für Shunji IWAI. Sein erster Langfilm SUNFLOWER (2000) wurde mit dem FIPRESCI-Preis beim 5. Busan International Film Festival ausgezeichnet, der nachfolgende Film GO (2001) gewann über 50 Preise. YUKISADA hat sich auch als Theaterregisseur einen Namen gemacht.

Filmografie
1998 Open House; 2000 Sunflower (Himawari); 2001 Go; 2004 Crying Out Love, in the Center of the World (Sekai no chushin de, ai o sakebu / NC ’05); 2010 Parade; 2013 Before the Vigil (Tsuya no yoru); 2014 The Round Table (Entaku kokko, hitonatsu no imajin / NC ’15); 2015 Pink and Grey (Pinku to gure / NC ’16)